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Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Das Bundeskabinett hat am 07. November 2007 die unter Federführung des Bundesumweltministeriums (BMU) erarbeitete Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. Damit liegt in Deutschland erstmals eine umfassende und anspruchsvolle Strategie zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt ( Convention on Biological Diversity, CBD) vor. 

Besondere Anerkennung hat die deutsche Biodiversitätsstrategie auch international erfahren, weil sie zukunftsorientierte Visionen (Leitbilder) und konkrete Ziele – oft quantifiziert und mit einem Zieljahr versehen – für alle biodiversitätsrelevanten Bereiche enthält.

Durch die Verwirklichung von rund 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2020 soll der Rückgang der biologischen Vielfalt aufgehalten und der Trend umgekehrt werden. Entsprechend den Grundsätzen der CBD erfolgt die Umsetzung nach dem Leitprinzip der Nachhaltigkeit und berücksichtigt daher ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen.

Die Entwicklung wird durch  Indikatoren verfolgt. Hierzu enthält die NBS ein eigenes Indikatorenset. Ein erster Indikatoren-Trendbericht wurde im November 2010 durch das Bundeskabinett beschlossen und wurde Ende 2010 in Form einer Broschüre publiziert. 2012 wird der erste Rechenschaftsbericht über die Umsetzung der NBS veröffentlicht werden.

Umsetzung

Die Verwirklichung der Ziele und Maßnahmen der NBS ist keine Aufgabe des BMU oder der Bundesregierung allein, sondern aller staatlichen und nicht-staatlichen Akteure. Das Bundesumweltministerium (BMU) hat deshalb bereits im Dezember 2007 mit der Umsetzung der Strategie begonnen, einen umfangreichen Prozess zur Einbeziehung der gesellschaftlichen Gruppen in die Umsetzung der NBS gestartet und alle Akteure eingeladen, sich daran zu beteiligen:

  • Einmal jährlich finden große  Nationale Foren zur biologischen Vielfalt statt. Sie dienen der Vernetzung der Akteure untereinander und greifen aktuelle Schwerpunkte aus dem NBS-Umsetzungsprozess auf.
  • In sieben  Regionalen Foren wurde im Jahre 2008 die NBS in den verschiedenen Regionen Deutschlands bekannt gemacht und Schwerpunktthemen der Strategie diskutiert (siehe unten). In dieser Veranstaltungsreihe wurden auch Wünsche und Anregungen für den Dialogprozess gesammelt und ausgewertet.
  • Im Sommer 2008 begann die Reihe akteursspezifischer Dialogforen. Ziel dieser Veranstaltungen ist es nicht mehr, in erster Linie über die NBS zu informieren, sondern aus der Fülle der Ziele der NBS die für bestimmte Akteursgruppen relevanten Ziele herauszugreifen und mit den Akteuren zusammen Wege zur Verwirklichung der Ziele zu suchen.Zwischenzeitlich sind bereits über 20  Dialogforen mit den unterschiedlichsten Akteuren durchgeführt worden. Diese Reihe wird fortgesetzt.
  • Im Dezember 2010 fand das erste  Länderforum mit Vertretern aus den Bundesländern statt. Dieser Informationsaustausch zwischen Bund und Ländern wird seitdem regelmäßig fortgesetzt.

Für die Steuerung des gesamten Umsetzungsprozesses wurden geeignete Gremien im BMU (Lenkungsausschuss) und in der Bundesregierung (Interministerielle Arbeitsgruppe von insgesamt 11 Bundesministerien unter Leitung des BMU) eingesetzt. In der Interministeriellen Arbeitsgruppe wird die Umsetzung der Strategie innerhalb der Bundesregierung koordiniert und vorangetrieben. Länder und Kommunen sind als staatliche Akteure in den Gesamtprozess eingebunden.


Bundesprogramm

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird in den kommenden Jahren durch ein neues Bundesförderprogramm unterstützt werden. Die Einrichtung des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ geht auf eine Vereinbarung im Koalitionsvertrag von 2009 für die 17. Legislaturperiode zurück. Dort heißt es: „Im Rahmen der Umsetzung der nationalen Strategie für biologische Vielfalt werden wir ein Bundesprogramm erarbeiten, das mit Ländern und Kommunen, mit Waldbesitzern, Landnutzern und Naturschutzverbänden abgestimmt wird.“ Diese Abstimmung ist zwischenzeitlich erfolgt.

Die Förderrichtlinien wurden am 15. Februar 2011 im Bundesanzeiger veröffentlicht und trat zeitgleich in Kraft.

Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter und maßstabsetzender Weise umsetzen.

 weitere Informationen

Hintergrundinfo

Prioritäre Handlungsziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)
Was wurde erreicht? Wo wollen wir hin?

 Vortrag von Dr. Jonna Küchler-Krischun, BMU Bonn auf dem 30. Deutschen Naturschutztag in Stralsund, 29.09.2010


Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, BMU 2007 (Nachdruck 2011)

 Download (3,2 MB)

 Weitere Veröffentlichungen

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