Teilindikatoren des Indikators "Artenvielfalt und Landschaftsqualität"
Im Trend entwickelten sich die Teilindikatoren für Agrarland (66 % des Zielwertes im Jahr 2008), für Siedlungen (59 %) sowie für Küsten und Meere (56 %) in den letzten 10 Jahren bis 2008 statistisch signifikant weg vom Ziel, während für die Binnengewässer (73 %) und die Alpen (57 %) statistisch kein signifikanter Trend nachweisbar war. Allein der Teilindikator für die Wälder zeigte einen statistisch signifikanten positiven Trend. Mit 81 % des Zielwertes im Jahr 2008 war die Situation in den Wäldern zudem vergleichsweise am günstigsten.
Agrarland
Im Agrarland ist die Bestandssituation vieler Vogelarten kritisch. Vögel, die auf
Äckern, Wiesen und Weiden brüten, gehen – regional unterschiedlich – aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung im Bestand zurück. Der regional zunehmende Grünlandumbruch und der steigende Energiepflanzenanbau können Auswirkungen auf Landschaftsqualität und Artenvielfalt haben. Es bleibt darüber hinaus abzuwarten, wie sich die eingeleiteten Agrarumwelt- und Naturschutzmaßnahmen mittel- und langfristig auf die Bestandssituation auswirken werden.

Grafik: BfN (2010), Daten: DDA (2010)
Status Trend
Wälder
Wälder haben trotz der früheren Kahlschlags- und Fichtenwirtschaft derzeit den besten Teilindikatorwert. Die Förderung naturnaher Waldbewirtschaftung dürfte sich hier positiv auswirken. Um den statistisch signifikanten positiven Trend zu erhalten bzw. künftig zu verstärken, müssen staatliche Fördermöglichkeiten (z. B. Waldumweltmaßnahmen) ausgeweitet und noch konsequenter genutzt werden. Trotz einer im Vergleich zu den anderen Teilindikatoren günstigeren Situation ist der Zielwert auch in Wäldern aber noch nicht erreicht. Hierfür bedarf es einer konsequenten Fortführung des naturnahen Waldbaus sowie der fortgesetzten Berücksichtigung naturschutzfachlicher Aspekte bei der forstlichen Bewirtschaftung.

Grafik: BfN (2010), Daten: DDA (2010)
Status Trend
Siedlungen
In Siedlungen zeigen sowohl Gebäudebrüter als auch Arten, die auf Brachen, Obstwiesen und bäuerliche Strukturen in Dörfern und Ortsrandlagen angewiesen sind, einen negativen Trend. Gründe hierfür dürften in erster Linie bei der zunehmenden Versiegelung von Flächen sowie dem Verlust naturnaher Lebensräume und dörflicher Strukturen liegen.

Grafik: BfN (2010), Daten: DDA (2010)
Status Trend
Binnengewässer
Der Indikatorverlauf für die Binnengewässer weist über die letzten Jahre hinweg deutliche Schwankungen auf, ein signifikanter Trend zeichnet sich nicht ab. Eine wichtige Rolle für die zukünftige Entwicklung dieser Lebensräume spielen Maßnahmen zur Renaturierung von Flüssen und Auen, die im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie verstärkt durchgeführt werden sollen.

Grafik: BfN (2010), Daten: DDA (2010)
Status Trend
Küsten und Meere
Von dem negativen Trend bei den Küsten und Meeren sind vor allem die Brutbestände der Vogelarten der Strände und Dünen betroffen. Die an den Küsten ergriffenen Schutzmaßnahmen konnten noch keine Trendumkehr bewirken.

Grafik: BfN (2010), Daten: DDA (2010)
Status Trend
Alpen
Obwohl bei einigen Arten der Alpen negative Bestandsveränderungen auftreten, ist statistisch kein signifikanter Trend nachweisbar. Neben einer zunehmenden Erschließung entlegener Gebiete gelten als Hauptursachen einerseits die Intensivierung von Landnutzungen, anderseits die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen.

Grafik: BfN (2010), Daten: DDA (2010)

