Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü


Suche in www.bfn.de

Honorierungskonzepte für Agrarlandschaften - Biodiversität und räumliche Komplexität (BIOPLEX)

Im Rahmen eines Forschungsprojektes im Landkreis Northeim (Niedersachsen) wurde bis 2009 ein neues Honorierungskonzept entwickelt, um die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen im größeren Maßstab zu fördern.

Projektpartner waren das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Universitäten Giessen und Göttingen und der Landkreis Northeim.

Die Idee des Projekts ist es, dass Landwirte neben den herkömmlichen landwirtschaftlichen Produkten auf freiwilliger Basis auch ökologische Güter anbieten können. Als ökologische Güter wurden der Pflanzenreichtum in Grünland und Äcker gewählt und nach seiner Güte kategorisiert. Der Landwirt produziert auf freiwilliger Basis neben den herkömmlichen landwirtschaftlichen Produkten somit zusätzlich biologische Vielfalt, für die er dann auch bezahlt wird.

Das Projekt hat dazu ein neuartiges Ausschreibungsverfahren angewandt. Die Landwirte boten ökologische Dienstleistungen zu selbst kalkulierten Preisen an. Im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets wurde je nach Angebotspreis über die Annahme oder Ablehnung entschieden, wobei die Zahlung unter Kontrolle der tatsächlichen Produktion der angebotenen Güter erfolgte.

Die Regeln für dieses System, also welches Angebot an ökologischen Gütern erwünscht ist und wie es honoriert wird, erarbeitete ein regionaler Beirat in enger Zusammenarbeit mit Naturschützern und Naturschützerinnen, Landwirten, Politikerinnen und Politikern und Verwaltungen der Region.

Um die Nachhaltigkeit der Nachfrageentscheidung des regionalen Beirats zu unterstützen, wurde mittels Umfragen Anregungen und Interessen der lokalen Bevölkerung erfasst und berücksichtigt. Darüber hinaus erfolgten Untersuchungen zu den Erhebungs- und Kontrollverfahren sowie zur Verbesserung der Verwaltungsabläufe und Vergabeverfahren als auch zu den Transaktionskosten. 

Das Modellprojekt war in der Agrar-Umweltpolitik des Landes Niedersachsen eingebunden.Es hat sich gezeigt, dass die Zahlungsbereitschaft für ökologische Güter in der Bevölkerung grundsätzlich vorhanden ist. Dabei findet eine unterschiedliche Gewichtung statt: artenreiches Grünland, Streuobstwiesen und Feldraine erscheinen unterstützenswerter als weniger artenreiches Grünland oder Äcker.

In einem Praxistest hat sich gezeigt, dass die reale Zahlungsbereitschaft bei nur 10% der Befragten auch tatsächlich umgesetzt wird.(Quelle: NBS, Broschüre "Forschungsergebnisse und Handlungsoptionen")