Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü


Suche in www.bfn.de

Lückenschluss Grünes Band: Sicherung der Biologischen Vielfalt durch Weiterentwicklung des Grünen Bandes als zentrale Achse des nationalen Biotopverbunds


Lücken im Biotopverbund: das Grüne Band bei Nesselröden im Landkreis Duderstadt. Foto: Klaus Leidorf

Lücken im Biotopverbund: das Grüne Band bei Nesselröden im Landkreis Duderstadt. Foto: Klaus Leidorf

Intakter Biotopverbund. Das Grüne Band zwischen Wanfried und Hildebrandshausen. Foto: Klaus Leidorf

Intakter Biotopverbund. Das Grüne Band zwischen Wanfried und Hildebrandshausen. Foto: Klaus Leidorf

Der ehemalige Grenzstreifen bei Döringsdorf im Landkreis Eichsfeld. Foto: Klaus Leidorf

Der ehemalige Grenzstreifen bei Döringsdorf im Landkreis Eichsfeld. Foto: Klaus Leidorf


Das Grüne Band trägt als nationaler und länderübergreifender Biotopverbund maßgeblich zur Erhaltung und Sicherung der biologischen Vielfalt und des Nationalen Naturerbes in Deutschland bei. Das Projekt will die Funktionalität des Grünen Bandes als Biotopverbund durch modellhafte Maßnahmen zum Lückenschluss in Defiziträumen und durch die Identifizierung von Querverbindungen und -vernetzungen zu großflächigen naturnahen Gebieten und anderen nationalen Lebensraumverbundachsen verbessern. So sollen vorrangig bestehende Lücken im Kernbereich des Grünen Bandes (zwischen Kolonnenweg und Ländergrenzen) geschlossen werden und in besonders zerstörten Bereichen, wo dies nicht möglich ist, geeignete „Bypass-Lösungen“ zur Wiederherstellung der Funktionalität entwickelt und modellhaft etabliert werden.

Zu den Defiziträumen zählen insbesondere größere intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen oder wertvolle, mit Pionierwald zuwachsende (Offenland)-Lebensräume sowie Bereiche, die durch Infrastrukturmaßnahmen stark beeinträchtigt sind. In letzteren wird ein Lückenschluss im Rahmen dieses Projekts nicht möglich sein, in den anderen Bereichen soll dies modellhaft versucht werden. Bypass-Lösungen sind nur in besonderen Ausnahmefällen vorgesehen, bspw. wenn das Grüne Band über mehrere Kilometer hinweg weitgehend oder völlig zerstört und dort nicht wieder herstellbar ist. Dann soll abseits des historischen Verlaufes der Grenze ein neuer Brache- und Biotopbereich geschaffen werden, der weniger Konflikte mit intensiver Landnutzung hervorruft, zugleich aber die Funktionalität des Biotopverbunds gewährleistet.

Folgende Analysen, Planungen und modellhafte Umsetzungen sollen im Rahmen des Projekts durchgeführt werden:

  • Identifikation von Defiziträumen im Grünen Band für eine bundesweite Übersicht.
  • Analyse und Bewertung der aktuellen Fragmentierungssituation des Grünen Bandes in Bezug zu weiteren Biotopverbundachsen und naturnahen Gebieten von nationaler Bedeutung.
  • Ermittlung von vorrangigen Räumen für Maßnahmen zur Wiederherstellung des Bio-topverbundes im Grünen Band und zur Verringerung der Fragmentierungssituation in Bezug auf die Biotopverbundachsen länderübergreifender Bedeutung.
  • Versuch der modellhaften Umsetzung von Maßnahmen des Lückenschlusses in drei geeigneten Bereichen des Grünen Bandes.

Im Rahmen der begleitenden Kommunikationsarbeit des Projekts werden vielfältige Maßnahmen und Materialien erarbeitet sowie die neuen Informationsmedien (Web 2.0/Soziale Medien) genutzt, um die öffentliche Wahrnehmung vom Grünen Band mit seiner außergewöhnlichen Lebensraum- und Artenvielfalt sowie seiner sozialen und historischen Dimension nachhaltig zu verankern.

Die Öffentlichkeitsarbeit soll die am Grünen Band lebende Bevölkerung aber auch Bürger, die außerhalb des Grünen Bandes leben, ansprechen. Primär sollen betroffene Landnutzer und lokale Entscheidungsträger informiert und intensiv eingebunden werden. Zudem sollen insbesondere die jüngere Generation durch Aktivitäten und Aktionen in Sozialen Medien angesprochen und Entscheidungsträger auf regionaler und nationaler Ebene sowie Großschutzgebiete als weitere Multiplikatoren für das Schutzziel gewonnen werden.

Dieser auch auf andere überregionale Biotopverbundsysteme übertragbare integrierte Ansatz soll beispielhaft am Grünen Band entwickelt werden und zudem Vorbildfunktion für die Regionen am Grünen Band Europa haben. 

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen

Bundesland: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Sachsen, Bayern

Laufzeit: 01.09.2011–30.06.2016

Gesamt-Finanzvolumen: 1,6 Millionen Euro

Projektträger:  BUND-Projektbüro Grünes Band, Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN) – Landesverband Bayern des Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Kooperationspartner: Büro für ökologische Studien (BfÖS), BUND Landesverband Sachsen-Anhalt, BUND Landesverband Thüringen, Naturschutzzentrum Wasserschloss Mitwitz

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)/ Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Webseite:  http://www.bund.net/themen_und_projekte/gruenes_band/

Ansprechpartner im Auftrag des BfN:

Programmbüro des Bundesprogramms Biologische Vielfalt im
Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn

Tel: 0228 3821 1809 (Sekretariat)

E-Mail:  programmbuero-bpbv@dlr.de

Letzte Änderung: 06.05.2013

 Artikel drucken